Welche Signale sendet die Übernahme durch die TG-Group an die Branche?
In letzter Zeit häufen sich die Konsolidierungen in der Industrie; die Ankündigung, dass Pick & Place der TG-Group beitritt, ist dabei ein sehr deutliches Signal
Mit diesem Schritt integriert die TG-Group Robotik-Lösungen für die Kommissionierung direkt in ihr Automatisierungsportfolio. Dies verdeutlicht, dass sich der Markt für Verpackungsautomatisierung weg vom Verkauf von Einzelmaschinen hin zum Wettbewerb um Systemlösungen bewegt
Ich beobachte in letzter Zeit häufig die Systematisierung der Qualitätsprüfung in der Druckvorstufe, wie etwa die direkte Integration von EyeC Proofiler Graphic Connect in die Design- und Reinzeichnungsphase
Was in der Druckvorstufe bereits Standard ist, findet nun auch in der Weiterverarbeitung statt
Die Spielregeln am Maschinenmarkt haben sich geändert: Es geht nicht mehr nur darum, eine schnelle Maschine zu verkaufen, sondern um die Datenhoheit und die Steuerung der gesamten Produktionslinie

Warum ein einzelner Roboterarm die Engpässe in der Verpackungslinie nicht lösen kann
In den letzten Jahren wurden die weltweiten Verpackungsvorschriften verschärft, wie etwa das kalifornische Gesetz SB 54, das die Lieferketten dazu zwingt, auf verschiedene flexible Folien oder biologisch abbaubare Materialien umzustellen
Ein Beispiel sind die neu eingeführten biologisch abbaubaren Milchbeutel der indischen Marke Mother Dairy; solche neuen Materialien sind in ihren physikalischen Eigenschaften oft anspruchsvoller als herkömmlicher Kunststoff
Wenn sich das Material stromaufwärts ändert und stromabwärts nur ein isolierter Roboterarm arbeitet, kommt es leicht zu Stillständen oder hohen Ausschussraten, da die Greifkraft nicht mit den vorgelagerten Geräten synchronisiert werden kann
Aus diesem Grund wird der punktuelle Kauf von Einzelmaschinen immer mühsamer
In der Praxis wird ein Gesamtsystem benötigt, bei dem die Komponenten miteinander kommunizieren: Wenn Sensoren am Anfang der Linie eine Änderung der Materialspannung erkennen, muss der Roboter am Ende seine Parameter automatisch anpassen können
Wie kleine und mittlere Weiterverarbeitungsbetriebe in Taiwan Automatisierungsinvestitionen bewerten sollten
Für viele mittelständische Betriebe in Taiwan, die unter Fachkräftemangel leiden und die Einführung von Automatisierung planen, ist dies ein Wendepunkt, der ernst genommen werden muss
Obwohl das Angebot eines Systemintegrators anfangs oft höher liegt als der Einzelkauf eines Roboterarms, sind die versteckten Kosten nicht integrierter Geräte bei häufigen Auftragswechseln auf lange Sicht deutlich höher
Ich empfehle Geschäftsführern von Weiterverarbeitungsbetrieben, bei der Bewertung von Automatisierungsprojekten folgende Dimensionen zu berücksichtigen:
・Systemkonnektivität: Können die Geräte Daten mit Ihrem bestehenden ERP- oder MIS-System austauschen, um manuelle Doppeleingaben zu reduzieren?
・Rüstflexibilität: Wie viel Zeit wird benötigt, um bei kleinauflagigen und vielfältigen Aufträgen die Parameter des Roboterarms neu zu konfigurieren und die Greifwerkzeuge zu wechseln?
・Datendurchgängigkeit: Können Fehlerdaten, die an Qualitätsprüfstationen erkannt werden, in Echtzeit an die Kommissionierung zurückgemeldet werden, um eine automatische Ausschleusung zu ermöglichen?

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
・Einzelmaschinen-Automatisierung reicht nicht mehr aus, um den komplexer werdenden Anforderungen an umweltfreundliche Verpackungsmaterialien und End-to-End-Qualitätskontrolle gerecht zu werden
・Der Wettbewerb der Maschinenhersteller verlagert sich vollständig hin zum Systemwettbewerb mit einer Integration von Hard- und Software entlang der gesamten Wertschöpfungskette
・Die Investitionsbewertung von Weiterverarbeitungsbetrieben sollte sich von reinen Maschinenspezifikationen hin zur Datenkonnektivität und Rüstflexibilität verschieben
Weiterführende Überlegungen
Angesichts des Trends von der Einzelmaschine zum System dürfen wir bei der Planung von Linien-Upgrades nicht nur auf die aktuelle Kommissioniergeschwindigkeit achten
Die Anforderungen der Markenartikler an Verpackungen erstrecken sich mittlerweile auf die Kunststoffreduzierung an der Quelle und die Rückverfolgbarkeit des Herstellungsprozesses
Die Wahl eines Systempartners, der Druckvorstufe, Druckdaten und Weiterverarbeitung nahtlos verknüpfen kann, um den Datenfluss der Arbeitsaufträge zu optimieren, ist die Grundlage für langfristige Margen
Weiterführende Literatur
FAQ
- Was versteht man unter einer End-to-End-Automatisierungsintegration in der Verpackung?
- Dies bezieht sich auf die Fähigkeit aller Geräte – vom Materialeinzug über den Druck und die Weiterverarbeitung bis hin zur finalen Kommissionierung und Verpackung –, über ein einheitliches System miteinander zu kommunizieren und Parameter automatisch anzupassen
- Warum sollten Weiterverarbeitungsbetriebe in Taiwan nicht nur einzelne Roboterarme kaufen?
- Einzelne Geräte können die Informationslücken zwischen vor- und nachgelagerten Prozessen nicht schließen. Zudem fehlt ihnen oft die dynamische Anpassungsfähigkeit an der gesamten Linie, wenn neue umweltfreundliche Materialien eingesetzt werden
- Wie sollten kleine und mittlere Unternehmen mit begrenztem Budget beginnen?
- Priorisieren Sie die Analyse der arbeitsintensivsten Engpässe in Ihrem Werk und suchen Sie nach regionalen Systemhäusern, die modulare Upgrades und Erfahrung in der Softwareintegration bieten
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