Warum sich ein Blick in dieses FESPA-Whitepaper für Sie lohnt
Bei jüngsten Treffen mit mehreren Stammkunden drehten sich die Fragen vor allem darum, wie große Markenhersteller bei der Auftragsvergabe das Thema ESG bewerten
Dabei ist längst klar: Reine Lippenbekenntnisse reichen hier nicht mehr aus
Rückblickend auf die drupa 2024 gab es zwar einige Vorträge über Recyclingpapier und Abfallvermeidung, doch ehrlich gesagt blieben diese oft an der Oberfläche
Im Gegensatz dazu wird der kürzlich von der FESPA veröffentlichte Nachhaltigkeitsstandard für Messen in der europäischen Branche bereits als „Goldstandard“ bezeichnet
Dahinter stehen echte Investitionen: Die FESPA hat nicht nur zwei Jahre in Folge die Zertifizierung nach ISO 20121 für nachhaltiges Eventmanagement erhalten, sondern auch die CO₂-Äquivalente (CO₂e) zwischen 2024 und 2025 spürbar gesenkt
Wenn Messeveranstalter bereits viel Geld für Berater ausgeben und ihren CO₂-Fußabdruck präzise kalkulieren,
was glauben Sie, welche Anforderungen die Einkäufer internationaler Marken nach ihrem Messebesuch an ihre Druckdienstleister stellen werden?
Genau deshalb müssen wir uns mit diesem FESPA-Standard auseinandersetzen – er ist ein direkter Vorbote für die Audit-Kriterien zukünftiger Exportaufträge

Worauf schauen Markenhersteller beim ESG-Audit wirklich?
Die im Whitepaper dargelegten Kernbereiche spiegeln genau die Kriterien wider, nach denen multinationale Konzerne heute ihre Zulieferer und Lohnfertiger bewerten
Es geht längst nicht mehr nur darum, ob Sie umweltfreundliche Druckfarben verwenden. Gefordert werden eine lückenlose CO₂-Bilanzierung sowie ein klarer Pfad zur Dekarbonisierung
Aus meiner Erfahrung bei der Audit-Vorbereitung in Druckereien in den letzten Monaten liegen die Schwerpunkte vor allem hier:
・Klare Abläufe bei der Abfalltrennung und der Wiederverwendung von Messebau- und Verbrauchsmaterialien
・Prüfstandards für Lieferanten, um das Risiko nicht nachvollziehbarer Rohstoffquellen in der Vorkette zu minimieren
・Konformität der CO₂-Berichterstattung mit international anerkannten Standards sowie das Vorliegen einer Verifizierung durch Dritte
Die Verleihung der EcoVadis-Silbermedaille an den japanischen Druckplattenhersteller Asahi Photoproducts im April 2026 war ein deutliches Signal für die gesamte Branche
Das ESG-Rating von Verbrauchsmateriallieferanten ist mittlerweile zur Eintrittskarte in internationale Lieferketten geworden
Diese Standards überschneiden sich stark mit der FESPA-Methodik. Wer beim Thema Nachhaltigkeit weiterhin nur nach Gefühl handelt, findet sich im nächsten Quartal eventuell nicht mehr auf der Lieferantenliste wieder
Wie mittelständische Druckereien reagieren und Nachhaltigkeit profitabel nutzen können
Eine sofortige ISO 20121-Zertifizierung oder eine vollständige EcoVadis-Bewertung übersteigt oft die Kapazitäten kleinerer und mittlerer Betriebe
Druckereien können sich jedoch an den praxisnahen Ansätzen orientieren, die die FESPA ihren Mitgliedern bietet – wie etwa gemeinschaftliche Tools zur Berechnung des CO₂-Fußabdrucks und alltagstaugliche Nachhaltigkeitsleitfäden
Da wir nun wissen, worauf Kunden Wert legen, müssen wir ökologische Maßnahmen in messbare Kennzahlen übersetzen:
・Analyse energieintensiver Anlagen im Betrieb mit einem konkreten Fahrplan zur Emissionsminderung von der Druckvorstufe bis zur Weiterverarbeitung
・Aktives Anbieten von Bedruckstoffen mit FSC- oder PEFC-Zertifizierung, ergänzt durch transparente Erläuterungen zu CO₂-Labeln
・Nutzung digitaler Tools zur Erfassung des Materialverbrauchs und der Makulaturquote pro Druckauftrag als überzeugendes Argument im Quartalsbericht
Sobald diese quantifizierten Daten strukturiert vorliegen,
werden Sie beim nächsten ESG-Fragebogen eines Markenherstellers keine vagen Floskeln mehr einreichen,
sondern eine fundierte, datengestützte Bilanz Ihrer CO₂-Einsparungen

Das Wichtigste auf einen Blick
・Nachhaltigkeit ist kein PR-Gag mehr: Aufträge gibt es nur noch gegen harte Fakten wie verifizierte CO₂-Daten und unabhängige Audits
・Mit der zweifachen ISO 20121-Zertifizierung etabliert die FESPA den Goldstandard für CO₂-Bilanzierung und Abfallmanagement in der Branche
・Das ESG-Rating von Materiallieferanten ist Pflicht und entscheidet direkt darüber, ob Druckereien für internationale Markenaufträge infrage kommen
・Kleine und mittlere Betriebe sollten vorrangig CO₂-Rechner einführen, um Materialeinsparungen und Energieeffizienz in transparenten Kundenberichten darzustellen
Weiterführende Gedanken
Die nachhaltige Transformation gelingt nicht im Alleingang – genau hier liegt eine große Chance für SaaS-Lösungen
Für eine All-in-One-Plattform wie MINDS bietet sich die Möglichkeit, CO₂-Kalkulationen, Materialrückverfolgbarkeit und Makulaturquoten direkt in die Auftragsabwicklung und Produktionsplanung zu integrieren. So könnten Druckereien bei der Auslieferung automatisch internationale ESG-Berichte generieren
Dies löst das Problem der CO₂-Berechnung für Druckereien grundlegend und bietet Markenherstellern maximale Transparenz – digitale Tools bauen so die Hürden für den grünen Einkauf ab
Weiterführende Links
FAQ
- Welche konkreten Auswirkungen haben die FESPA-Nachhaltigkeitsstandards auf taiwanesische Druckereien?
- Multinationale Marken integrieren die CO₂- und Abfallstandards der FESPA zunehmend in ihre ESG-Lieferantenaudits. Wer diese Kriterien nicht erfüllt, riskiert den Verlust von Exportaufträgen
- Unser Betrieb ist klein – wie fangen wir am besten mit den ESG-Anforderungen der Kunden an?
- Starten Sie mit der Einführung eines CO₂-Rechners und erfassen Sie Ihre tägliche Makulaturquote. Bieten Sie Kunden aktiv FSC- oder PEFC-zertifizierte Materialien oder Bedruckstoffe mit CO₂-Labeln an, um Ihre Reduktionserfolge mit klaren Zahlen zu belegen
- Was ist dringlicher: Ein EcoVadis-Rating oder eine ISO-Zertifizierung?
- Das EcoVadis-Rating zielt auf die allgemeine Corporate Social Responsibility (CSR) und Lieferketten-Audits ab, während ISO 20121 auf ein nachhaltiges Veranstaltungsmanagement ausgerichtete Prozesse prüft. Am sinnvollsten ist es, zunächst eine CO₂-Bilanzierung im eigenen Betrieb aufzustellen und die Materialquellen zu prüfen
Quellen
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