Worauf sollte man bei biobasierten Substraten vor dem Druck zuerst achten?
Vor dem Druck auf biobasierten Substraten geht es zuerst darum, ob das Material Farbe annimmt, ob es hitzebeständig ist und ob es mit den vorhandenen Druckfarben und Weiterverarbeitungsprozessen zusammenläuft
Biobasierte Substrate: Verpackungsmaterialien aus Pflanzenfasern oder erneuerbaren Polymeren. Ändert sich die Materialquelle, ändern sich meist auch Oberfläche, thermisches Verhalten und Recyclingbedingungen
Die Chinese Association of Graphic Science and Technology schrieb am 10.07.2026 in Biobasierte Verpackungen werden international zum Mainstream, dass Verpackungen aus Pflanzenfasern und biobasierte Druckfarben den Schritt vom Versuchsmuster zur breiten Verpackungsanwendung gemacht haben. Die Probleme, die ich in der Produktion sehe, liegen selten im Konzept, sondern tauchen oft erst bei der ersten Serienproduktion auf, wenn sich zeigt, dass alte Parameter nicht einfach übernommen werden können
Also erst einmal bremsen
Wenn Designerinnen und Designer solche Projekte bekommen, sollten sie nicht nur fragen: „Kann man das bedrucken?“ Entscheidend ist, ob die Druckerei ein faserbasiertes Verpackungsmaterial, eine PLA-Folie (polylactic acid, Polymilchsäure) oder eine stärkebasierte Folie erhält. Farbannahme, Dehnung und Wärmereaktion unterscheiden sich deutlich

Warum machen Oberflächenenergie und Farbannahme zuerst Probleme?
Oberflächenenergie und Farbannahme fallen zuerst auf, weil sie bestimmen, ob sich die Druckfarbe sauber ausbreitet, in der Oberfläche hält oder nach dem Trocknen schon beim Kratzen wieder abgeht
Oberflächenenergie: die Fähigkeit einer Materialoberfläche, Druckfarbe verlaufen und haften zu lassen. Ist sie zu niedrig, entstehen Krater, Fehlstellen, ausgefranste Kanten oder schlechte Haftung
Biobasierte Folien lassen sich nicht so zuverlässig nach alter Erfahrung beurteilen wie klassische petrochemische Folien. Auch faserbasierte Verpackungsmaterialien können durch Beschichtungen, Feuchtigkeitsschutz oder Fettbarrieren ihr Farbannahmeverhalten verändern. Der Ausgangsartikel erwähnt, dass neue Beschichtungen und Behandlungen Faserverpackungen gegen Feuchtigkeit und Fett beständiger machen können. Für Lebensmittelverpackungen hilft das. Für den Druck ist es eine weitere Variable
・Bei großen dunklen Flächen zuerst prüfen, ob der Farbfilm kraterig wird, wolkig wirkt oder nach dem Trocknen deutliche Farbabweichungen zeigt
・Bei kleinen negativen Schriften zuerst prüfen, ob die Kanten durch Farbaufnahme zulaufen
・Bei vollflächigen Verläufen zuerst prüfen, ob nach der Trocknung der Untergrund durchscheint oder Farbflächen ungleichmäßig sind
・Bei Barcodes und QR Codes zuerst die Scanrate prüfen, nicht nur die Bildschirmvorschau ansehen
Druckt sich biobasierte Druckfarbe automatisch besser?
Nein. Ein höherer Anteil erneuerbarer Bestandteile in der Druckfarbe heißt nicht, dass sie die bisherigen Bedingungen für Trocknung, Haftung und Abriebfestigkeit einfach mitmacht
Der Ausgangsartikel erwähnt, dass bestimmte biobasierte Druckfarben unter bestimmten Bedingungen bis zu 90% erneuerbare Bestandteile enthalten können. Er sagt aber ebenso klar, dass die Auswahl weiterhin vom Druckverfahren, von Anforderungen an die Produktsicherheit und vom Recyclingweg abhängt. Das ist ziemlich bodenständig. Denn eine schöne Farbe ist das eine. Ob die Verpackung nach Versiegeln, Stapeln und Transport noch gut aussieht, ist der Punkt, an dem der Kunde am Ende abnimmt
Ganz simpel
Wenn eine Gestaltung Markenfarben, große Vollflächen, Metallicfarben, Mattfolie oder partiellen Lack enthält, sollten in den Reinzeichnungen die „geplanten Substrate“ und das „geplante Druckfarbensystem“ klar genannt werden. So kann die Druckerei mit dem Farbhersteller vorab Haftung, Trocknung und Abriebfestigkeit prüfen. Bei hochwertigen, vollständig kundenspezifischen Akzidenzdruckprojekten lohnt es sich ebenfalls, früh mit MINDS Print über Andruckbedingungen zu sprechen

Wie plant man Prüfungen für Wärmebeständigkeit und Weiterverarbeitung?
Wärmebeständigkeit und Weiterverarbeitung gehören schon vor der Kalkulation in die Prüfung. Biobasierte Folien und faserbasierte Verpackungsmaterialien können sich beim Lackieren, Kaschieren, Heißsiegeln oder Prägen früher verformen oder an der Oberfläche verändern als herkömmliche Materialien
Ich teile die Bewertung vor Auftragsannahme in 5 Kompatibilitätsknoten auf. Designerinnen, Designer und Reinzeichner können sie direkt intern oder mit externen Partnern abfragen
・Substratknoten: Materialbezeichnung, Stärke, Chargenstabilität sowie Feuchtigkeits- oder Fettbarrierebeschichtungen bestätigen
・Oberflächenknoten: Oberflächenenergie, Farbannahme und Bedarf an Corona- oder Primerbehandlung bestätigen
・Druckfarbenknoten: Druckfarbentyp, Trocknungsart, Haftung und Anforderungen an Abriebfestigkeit bestätigen
・Thermischer Verarbeitungsknoten: Verformungsrisiken bei Heißfolienprägung, Heißsiegeln, Kaschieren, Prägen und Stanzen bestätigen
・Recyclingknoten: klären, ob die Verpackung am Ende recycelt, wiederverwendet oder entsorgt wird, damit Veredelungen die Nachhaltigkeitsspezifikation des Kunden nicht zerstören
Wie sollten Designerinnen und Designer die Spezifikationen vor der Übergabe formulieren?
Vor der Übergabe sollten Substrat, angenommene Druckfarben, Farbtoleranzen, Weiterverarbeitung und Recyclinggrenzen in die Druckanweisung geschrieben werden. Nicht einfach nur ein PDF schicken
PDF (portable document format, festes Austauschformat für Layouts) schützt das Layout, aber nicht die Prozessentscheidung. Beschnitt ist genauso. Beschnitt ist der über die Schnittlinie hinausgezogene Bild- und Textbereich. Er verhindert Blitzer beim Schneiden, ist aber kein Freibrief für Materialverformung
Der Selbstcheck vor der Übergabe kann so aussehen:
・Endverwendung: Lebensmittel-, Retail- und Versandverpackung sauber trennen. Der Ausgangsartikel nennt genau diese 3 Bereiche als häufige Anwendungen für Verpackungen aus Pflanzenfasern
・Substratinformation: angeben, ob es sich um PLA, faserbasiertes Verpackungsmaterial, stärkebasierte Folie oder ein anderes biobasiertes Material handelt
・Druckrisiken: Positionen großer Vollflächen, kleiner Schrift, negativer Schrift, Barcodes und Markenfarben markieren
・Informationen zur Weiterverarbeitung: Lackierung, Kaschierung, Heißsiegelung, Prägung, Stanzen und Verpackungsweise aufführen
・Abnahmeverfahren: zuerst einen Andruck oder ein Testmuster verlangen, damit die erste Seriencharge nicht zum eigentlichen Test wird

Kurz zusammengefasst
・Bei biobasierten Substraten zuerst die Maschinenfähigkeit prüfen, dann über Nachhaltigkeit sprechen
・Ist die Oberflächenenergie nicht geklärt, ist Farbmanagement nur noch Schadensbegrenzung
・Besteht das Material den Wärmetest nicht, vergrößert die Weiterverarbeitung alle Probleme aus den vorherigen Prozessschritten
・Wenn Designerinnen und Designer das Substrat klar benennen, sparen sie der Druckerei einen Fehlversuch
・Will der Kunde eine umweltfreundliche Verpackung, sollte die Druckerei mit einer Prozesskompatibilitätsliste antworten
Weiterdenken
Für die Druckproduktion müssen biobasierte Substrate in Anfragebogen und Andruckprozess aufgenommen werden. Für die Gestaltung muss sich die Reinzeichnungsanweisung von „Datei korrekt“ zu „Material bedruckbar“ weiterentwickeln. Für AI (artificial intelligence, Technologie, mit der Systeme Spezifikationen abgleichen und Risiken melden) und SaaS (software as a service, über die Cloud bereitgestellte Softwaredienste) liegt der wertvollste Funktionsumfang nicht darin, noch ein paar Layoutvarianten zu erzeugen. Wertvoller sind anklickbare Risikokarten für Substrat, Druckfarbe, Weiterverarbeitung und Recyclinggrenzen. Solche SOPs kann auch das Beratungsteam der MINDS Knowledge Academy für interne Schulungen und Auftragsspezifikationen strukturieren
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FAQ
- Können biobasierte Substrate mit den bisherigen Druckparametern direkt auf die Maschine?
- Davon ist abzuraten. Farbannahme, Oberflächenenergie und Wärmebeständigkeit biobasierter Substrate können sich von herkömmlichen Kunststoffen oder Karton unterscheiden. Vor dem Druck müssen Material, Druckfarbe und Weiterverarbeitung auf Kompatibilität geprüft werden
- Welche Spezifikation biobasierter Verpackungsmaterialien wird von Designerinnen und Designern am häufigsten übersehen?
- Am häufigsten fehlen Materialbezeichnung und Weiterverarbeitungsbedingungen. Größe, Farbe und Beschnitt allein reichen nicht. Die Druckerei muss auch wissen, ob Beschichtungen, Heißsiegelung, Kaschierung oder Recyclinggrenzen eine Rolle spielen
- Ist biobasierte Druckfarbe mit erneuerbaren Bestandteilen automatisch für jede Verpackung geeignet?
- Nicht unbedingt. Der Ausgangsartikel erwähnt, dass bestimmte biobasierte Druckfarben bis zu 90% erneuerbare Bestandteile enthalten können. Trotzdem müssen Druckverfahren, Anforderungen an die Produktsicherheit und Recyclingweg der Verpackung geprüft werden
- Was sollte vor dem Druck auf PLA oder stärkebasierten Folien getestet werden?
- Vor dem Druck auf PLA oder stärkebasierten Folien sollten Oberflächenhaftung, Trocknungsgeschwindigkeit, Abriebfestigkeit, Spannung und Wärmebeständigkeit geprüft werden. Besonders bei Heißfolienprägung, Kaschierung oder Heißsiegelung muss das vorab geklärt sein
- Was sollten kleine und mittlere Druckereien vor biobasierten Verpackungsaufträgen vorbereiten?
- Kleine und mittlere Druckereien sollten zuerst eine Bewertungscheckliste für die Auftragsannahme anlegen. Substrat, Oberflächenbehandlung, Druckfarbensystem, thermische Verarbeitung und Recyclinganforderungen gehören als feste Felder hinein. Erst danach sollten Kalkulation und Andruckverfahren festgelegt werden
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