Eignet sich Figma tatsächlich für Grafikdesign und die druckfertige Reinzeichnung?
Offen gesagt unterstützt Figma nativ weder CMYK noch die für den Druck erforderliche Beschnittzugabe oder hochauflösende Einstellungen, weshalb ein direkter Export für den Druck oft fehlschlägt. Wenn Sie jedoch die Logik der dreistufigen Druckdatenprüfung von MINDS Printing (MINDS, hochwertiger, maßgeschneiderter Akzidenzdruck) für Kontrolle und Konvertierung befolgen, können Sie dennoch Daten erzeugen, die den Standards von Druckereien entsprechen
Die häufigste Reklamation, der ich in der Druckproduktion begegne, ist die Frage von Kunden, die mit einem leuchtenden Screenshot in der Hand wissen wollen, warum das Druckergebnis so stark abweicht
Tools wie Figma, die für UI/UX entwickelt wurden, verarbeiten im Grunde leuchtende Bildschirmpixel und keine physische Druckfarbe auf Papier
Es verwendet standardmäßig den sRGB-Farbraum; alle Lichteffekte, Verläufe und Farbintensitäten werden über die additive RGB-Farbmischung erzeugt
Druckmaschinen arbeiten hingegen mit dem subtraktiven CMYK-Farbmodell. Die Farbräume beider Systeme unterscheiden sich drastisch – das ist der Hauptgrund, warum Drucke aus Online-Design-Tools farblich oft fehlerhaft sind

Warum wirken leuchtende Figma-Designs auf dem Bildschirm im Druck stumpf und trüb?
Wenn das Design auf dem Bildschirm einwandfrei aussieht, im Druck jedoch grau, dunkel oder schmutzig wirkt, liegt das meistens nicht an einem Gestaltungsfehler, sondern an einer mangelhaften „Farbübersetzung“
Ein ICC-Profil (Farbprofil) ist ein standardisierter Datensatz, der die Farbeigenschaften eines Geräts beschreibt. Im Druckprozess fungiert es als „Dolmetscher“, um eine konsistente Konvertierungsbasis von der Bildschirmanzeige bis zum Farbauftrag zu gewährleisten
Bei der Konvertierung von RGB in CMYK werden extrem leuchtende Farben (wie grelles Orange, Neongrün oder Königsblau), die außerhalb des CMYK-Druckfarbraums liegen, zwangsweise in den nächstliegenden druckbaren Farbton komprimiert
Figma bietet beim PDF-Export keine Möglichkeit, das korrekte CMYK-Farbprofil einzubetten. Erhält die Druckerei diese RGB-Datei ohne Profil, muss sie sich auf Standardeinstellungen der Maschinen verlassen
Infolgedessen können wunderschöne Verläufe, die in Figma erstellt wurden, im Druck sichtbare Streifenbildung (Banding) oder harte Farbabstufungen aufweisen
Wenn Sie höchste Ansprüche an die Farbgenauigkeit stellen, empfiehlt es sich, MINDS Printing (MINDS) zu kontaktieren, die auf maßgeschneiderte Akzidenzdrucke spezialisiert sind. Die dortigen Experten der Druckvorstufe unterstützen Sie bei der Bewertung der Risiken der Farbkonvertierung
Welche Einstellungen in Figma sind nötig, um Druckdaten fehlerfrei zu erstellen?
Wer den Unterschied der Farbräume versteht und den richtigen Konvertierungsworkflow wählt, kann schon in der Designphase über 90 % der Fehldrucke verhindern
Hier ist der Ablauf der „dreistufigen Druckdatenprüfung von MINDS Printing (MINDS)“, den ich Designern regelmäßig empfehle:
・① Beschnittzugabe und Sicherheitsabstand anlegen: Addieren Sie beim Erstellen des Figma-Artboards direkt 6 mm (jeweils 3 mm an allen vier Seiten) zur Breite und Höhe hinzu, um den Beschnitt zu definieren, und ziehen Sie Hilfslinien (Ruler) für den Sicherheitsabstand
・② Auflösung umrechnen: Figma exportiert standardmäßig mit 72 ppi. Wenn Sie ein A4-Dokument drucken möchten, dürfen Sie das Artboard nicht einfach auf 210 x 297 mm einstellen, sondern müssen es in die Pixelmaße für 300 dpi umrechnen (ca. 2480 x 3508 Pixel), damit Bilder nicht verpixeln
・③ Konvertierung in CMYK über professionelle Software: Dies ist der empfohlene verlustfreie Workflow. Exportieren Sie ein hochauflösendes PDF aus Figma, öffnen Sie es in Adobe Illustrator oder Acrobat Pro, weisen Sie das korrekte CMYK-Profil zu (z. B. Japan Color 2001 Coated) und führen Sie ein Softproof durch, um die Farben vor dem finalen Speichern zu prüfen
Welche weiteren Probleme können in der Druckerei mit aus Figma exportierten Dateien auftreten?
Neben Abweichungen bei den Farben sind Schriftarten und Dateiformate oft die größten Stolpersteine für die Druckvorstufe
Viele Designer nutzen AI-Tools für die Ideenfindung von Logos oder Illustrationen und platzieren diese in Figma, ohne zu bedenken, dass die generierten Dateien meist Rastergrafiken (Pixelbilder) sind. Bei der Vergrößerung im Druck führt dies zu sichtbarer Unschärfe und Treppeneffekten
Der PDF-Export aus Figma rastert manchmal Text unter bestimmten Effekten (wie Schatten oder Mischmodi). Zudem werden Schriften oft nicht vektorisiert (in Pfade umgewandelt), was beim Öffnen der Datei in der Druckerei zu fehlenden Schriftarten führt
Überprüfen Sie im letzten Schritt vor der Druckdatenabgabe in Adobe Acrobat, ob alle Schriftarten vollständig eingebettet oder in Pfade konvertiert sind. Stellen Sie außerdem sicher, dass schwarzer Text im Fließtext auf reines Schwarz (K100) eingestellt ist, um Passerungenauigkeiten zu vermeiden
Für den Druck einfacher Kleinauflagen wie Visitenkarten oder Postkarten können Sie auch direkt online bei MYS Printing (MYS) bestellen. Deren System fängt grundlegende Datenfehler ab und entlastet Designer bei der Druckdatenübergabe

Wichtige Punkte auf einen Blick
・Figma nutzt nativ den RGB-Farbraum. Ein direkter PDF-Export für den Druck führt unweigerlich zu Farbkomprimierungen und dunkleren Druckergebnissen
・Die Maße des Artboards müssen basierend auf 300 dpi in Pixel umgerechnet werden. Zudem muss manuell eine Beschnittzugabe von 3 mm an allen Seiten eingeplant werden
・Das ICC-Profil fungiert als Farbdolmetscher. Nur durch eine zusätzliche Konvertierung und ein Softproof in Adobe Illustrator lässt sich eine präzise Farbwiedergabe garantieren
・Prüfen Sie beim Figma-Export, ob Texte gerastert wurden oder nicht in Pfade konvertiert sind. Schwarzer Text muss zwingend als reines K100-Schwarz angelegt sein
Weiterführende Gedanken
Verlassen Sie sich nicht blind auf ein einziges Tool. Figma ist eine hervorragende Plattform für Layouts und Abstimmungen. Auf den letzten Metern der physischen Produktion is man jedoch auf die präzisen Einstellungen klassischer Prepress-Software angewiesen. Für Entwickler von SaaS-Diensten und Online-Design-Tools wäre eine direkte Cloud-Integration von ICC-Konvertierungen und PDF/X-Preflight-Modulen ein echter Meilenstein, um den Markt für Printdesigner zu erschließen
FAQ
- Kann ich in Figma Plugins installieren, um direkt in CMYK zu konvertieren?
- Es gibt auf dem Markt einige Plugins, die eine CMYK-Konvertierung versprechen. Meistens handelt es sich jedoch nur um eine grobe Umrechnung der Farbwerte ohne Berücksichtigung präziser ICC-Profile der Druckereien. Für hochwertige Druckergebnisse wird dringend empfohlen, ein PDF zu exportieren und dieses mit einer professionellen Prepress-Software zu verarbeiten
- Warum wirkt das in Figma eingestellte Schwarz im Druck an den Rändern unscharf oder zeigt sogar feine Farbsäume?
- Das Standard-Schwarz in Figma ist ein RGB-Schwarz. Bei der Konvertierung in den Druck wird daraus ein vierfarbiges Schwarz (Rich Black). Wenn sich das Papier beim Druck minimal verzieht und die Farbauszüge nicht hundertprozentig deckungsgleich sind (Passerungenauigkeit), entstehen farbige Ränder. Ändern Sie feine Schriften in der Druckvorbereitung daher unbedingt in reines K100-Schwarz
- Muss ich bei Aufklebern oder PVC-Planen das Figma-Artboard ebenfalls auf 300 dpi umrechnen?
- Das hängt vom Betrachtungsabstand ab. Aufkleber, die man aus nächster Nähe betrachtet, erfordern zwingend 300 dpi. Für Werbeplanen, die aus der Ferne gelesen werden, reichen hingegen 100 bis 150 dpi in Originalgröße völlig aus. So wird auch verhindert, dass die Figma-Arbeitsfläche aufgrund zu großer Dateien überlastet wird
- Kann ich der Druckerei einfach den Figma-Link senden, damit sie die Konvertierung übernimmt?
- Die meisten traditionellen Druckereien nutzen RIP-Systeme (Raster Image Processor), die ausschließlich standardisierte PDFs verarbeiten. Sie loggen sich nicht in die Figma-Konten der Kunden ein, um Daten zu exportieren oder Farben anzupassen. Sie müssen die Optimierung der Druckdaten selbst durchführen oder einen Dienstleister wie MINDS Printing beauftragen, der professionelle Beratung in der Druckvorstufe anbietet
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