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Sind Kleinauflagen umweltfreundlicher? Die Wahl zwischen Digital- und Offsetdruck aus Sicht der ESG-Abfallvermeidung

Bei Nachhaltigkeit denken Unternehmen oft nur an umweltfreundliches Papier, übersehen dabei aber, dass die Vernichtung ungenutzter Lagerbestände die größte unsichtbare Verschwendung ist. Dieser Artikel beleuchtet Druckauflage, Aktualisierungshäufigkeit sowie Lagerkosten und zeigt Einkäufern den optimalen Schnittpunkt zwischen Wirtschaftlichkeit und CO2-Reduktion

麥思知識學院Academy Founder Hung Tsung-Yuan

Sind Kleinauflagen umweltfreundlicher? Die Wahl zwischen Digital- und Offsetdruck aus Sicht der ESG-Abfallvermeidung
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Können Kleinauflagen den CO2-Fußabdruck von Unternehmen wirklich reduzieren?

Der Druck von Kleinauflagen reduziert in der Tat sowohl die Einrichtemakulatur in der Druckvorstufe als auch spätere Lagerverluste drastisch. Dies ist der direkteste Weg für Unternehmen, ESG-Ziele zur Abfallvermeidung umzusetzen. Bei der Abwicklung von maßgeschneiderten, hochwertigen Akzidenzdrucksachen empfiehlt MINDS seinen Kunden in der Regel, zunächst Print-on-Demand in Betracht zu ziehen, anstatt nur die reinen Stückpreise zu vergleichen

Wenn es um Nachhaltigkeit geht, besteht der erste Schritt vieler Unternehmen oft darin, vom Einkauf zu fordern, Werbematerialien auf FSC-zertifiziertes Papier oder Öko-Druckfarben (Pflanzenölbasis) umzustellen

Dieser Ansatz ist zwar richtig, aber wer die Produktion länger beobachtet, weiß: Die eigentliche Verschwendung liegt meist im „Überdrucken“ (zu hohen Auflagen)

Um den Preis pro Stück zu senken, war es im Einkauf bislang üblich, direkt zweitausend oder dreitausend Exemplare im Offsetdruck zu bestellen

Bei der Inventur am Jahresende wandert dann oft mehr als die Hälfte der Drucksachen in den Altpapier-Container – weil sie überholt, veraltet oder feucht geworden sind

Das verschwendet nicht nur wertvolles Papier, sondern verursacht auch unnötige CO2-Emissionen durch Transport und Lagerung

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Warum verursacht der klassische Offsetdruck so viele unsichtbare Verbrauchsmaterialien?

Um die Umweltbilanz beider Druckverfahren objektiv vergleichen zu können, muss man zunächst verstehen, wie die Maschinen funktionieren

Der klassische Offsetdruck basiert auf dem Prinzip der Skaleneffekte: Sobald die Druckplatten eingespannt sind und die Maschine läuft, amortisieren sich die Fixkosten durch die hohe Geschwindigkeit

Doch dieser Rüstprozess ist äußerst ressourcenintensiv:

・Druckplatten-Verbrauch: Für jede Farbe wird eine eigene Aluminium-Druckplatte benötigt. Bei der Standard-Skala CMYK sind das mindestens vier Platten, die nach dem Druckvorgang entsorgt werden

・Chemikalien: Der Druckprozess erfordert Feuchtmittel. Zudem müssen beim Auftragswechsel das Gummituch und die Walzen mit Reinigungsmitteln gewaschen werden, was erhebliche Mengen an VOCs (flüchtigen organischen Verbindungen) freisetzt

・Einrichtemakulatur: Dies ist ein in der Branche oft übersehener Faktor. Beim Anlaufen der Maschine stimmen Farben und Passer noch nicht, sodass zunächst 100 bis 200 Bogen unbrauchbar bedruckt werden müssen, um die Farbe einzustellen und das Register auszurichten

Einrichtemakulatur (Make-ready waste): Das Papier, das vor dem eigentlichen Produktionsstart einer Druckmaschine verbraucht wird, um Farbe, Registerhaltigkeit und Druckbildqualität zu kalibrieren. Während der Offsetdruck oft hunderte Bogen Makulatur benötigt, um die gewünschte Qualität zu erreichen, liegt dieser Wert beim Digitaldruck praktisch bei null. Sie ist eine Kennzahl zur Bewertung der Verschwendung in der Produktion

Im Gegensatz dazu benötigt der Digitaldruck keine physischen Druckplatten. Nach der Datenaufbereitung werden Toner oder Tinte direkt auf das Papier übertragen

Da Plattenherstellung und Waschvorgänge entfallen, passt die Farbe oft schon ab dem ersten Bogen. Das minimiert den physischen Ausschuss in der Vorbereitungsphase

Wie entscheidet man, welche Drucksachen digital gedruckt werden sollten?

Für dieselbe Datei bietet der eine Dienstleister zweitausend Euro an, der andere achttausend. Dieser Unterschied resultiert aus der Wahl des Druckverfahrens

Wo genau liegt der Schnittpunkt zwischen wirtschaftlichem Nutzen und Umweltschutz?

In der Praxis empfehle ich Kunden oft, sich anhand der drei Prüffragen von MINDS selbst zu testen:

・Auflagenhöhe: Als praktischer Richtwert gilt: Bei Auflagen unter 500 Exemplaren, die keine hochpräzisen Sonderfarben aus einem separaten Druckgang erfordern, ist der Digitaldruck definitiv kostengünstiger und umweltfreundlicher

・Aktualisierungshäufigkeit: Wenn Produktkataloge oder Event-Broschüren vierteljährlich angepasst werden, sollten Sie diese nicht im Sammelform-Offsetdruck produzieren lassen, nur um den Stückpreis zu drücken. Die Entsorgungskosten für nicht genutzte Exemplare übersteigen die anfängliche Ersparnis bei Weitem

・Sortenvielfalt: Bei Projekten mit vielen Sprach- oder Motivversionen in geringer Stückzahl (z. B. 10 Verpackungsvarianten à 100 Stück) treiben die Rüst- und Abstimmzeiten im Offsetdruck die Kosten in die Höhe. Der Digitaldruck spart hier enorm viel Zeit und Material

Viele Einkäufer vergleichen beim Preisvergleich nur die Summe auf dem Angebot, kalkulieren aber den Ausschuss durch spätere Entsorgungen nicht ein

Rechnet man Lagerflächenmiete, Stromkosten für Klimatisierung sowie Entsorgungsgebühren hinzu, erweist sich der vermeintlich teurere Digitaldruck als effektive Risikoabsicherung gegen Überbestände

Wie verankern Unternehmen die Abfallvermeidung in ihren Einkaufsrichtlinien?

Viele Nachhaltigkeitsversprechen von Unternehmen verpuffen wirkungslos, weil ESG-Kriterien nicht in die täglichen Arbeitsabläufe integriert werden

Wenn bei jedem Druckauftrag neu darüber diskutiert werden muss, ob das Material gewechselt oder wie hoch die Auflage sein soll, stößt die Umsetzung unweigerlich auf internen Widerstand

Es gilt daher, intern einen klaren Richtlinienrahmen zu schaffen:

・Mindestbestellmengen festlegen: Klare Vorgaben machen, welche kurzlebigen Werbemittel ausschließlich im Digital-on-Demand-Verfahren gedruckt werden dürfen. Überproduktionen zur Reduzierung des Stückpreises sind zu untersagen

・Lebenszyklusanalyse verknüpfen: Die Makulatur- und Ausschussrate sollte in die Leistungsbeurteilung des Einkaufs oder in die Budgetverantwortung der Abteilungen einfließen, um ein Bewusstsein für die tatsächliche Verschwendung zu schaffen

・Liste grüner Lieferanten erstellen: Auditierung der Partnerdruckereien hinsichtlich ihrer Standards und konkreten Maßnahmen bei der Entsorgung von Chemieabfällen sowie beim Papierrecycling

Das Ziel dieser Richtlinien ist es, die CO2-Reduzierung von einer Einzelfallentscheidung in einen systematischen Prozess zu überführen

Sollte Ihr Unternehmen über ein nennenswertes jährliches Druckvolumen verfügen und Sie unsicher sein, wie Sie solche Richtlinien aufsetzen, unterstützt Sie das Beratungsteam der MINDS Knowledge Academy dabei, den gesamten Prozess vom Einkauf bis zur Entsorgung in einem einheitlichen Regelwerk zu verankern

So wird der nächste Druckauftrag von Anfang an zu einem erfolgreichen Nachweis Ihrer ESG-Bemühungen

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Das Wichtigste auf einen Blick

Der Digitaldruck für Kleinauflagen und versionierte Drucksachen spart direkt erhebliche Mengen an Chemieabfällen der Plattenherstellung sowie Einrichtemakulatur ein

Betrachten Sie nicht nur die reinen Stückkosten auf dem Angebot. Erst unter Einbeziehung von Lagerkosten und der Entsorgungsquote zeigen sich die tatsächlichen Gesamtkosten

Auflagen unter 500 Exemplaren ohne Sonderfarben stellen den idealen Schnittpunkt dar, an dem der Digitaldruck sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch punktet

Erst wenn Mindestauflagen und Ausschussbewertungen fest in den Einkaufsrichtlinien verankert sind, wird ESG von einer Absichtserklärung zu einem gelebten Standard

Denkanstöße

Für Einkaufs- und Marketingleiter in mittelständischen und großen Unternehmen sollte die ESG-Transformation von Druckerzeugnissen nicht beim Ökopapier aufhören, sondern den gesamten Lebenszyklus der Werbemittel umfassen

Wir empfehlen Ihnen, ab dem nächsten Quartal testweise 20 Prozent des Long-Tail-Bedarfs Ihrer regulären Druckaufträge auf Print-on-Demand umzustellen und die Auswirkungen auf Lagerplatz und Ausschussquote zu beobachten

Die Ergebnisse liefern Ihnen direkt messbare und leicht quantifizierbare Erfolge bei der CO2-Reduzierung, die Sie dem Management präsentieren können

FAQ

Kann der Digitaldruck qualitativ mit dem klassischen Offsetdruck mithalten?
Moderne Digitaldruckmaschinen erfüllen in Bezug auf Farbsättigung und Auflösung bereits über 90 Prozent aller kommerziellen Anforderungen. Sofern Sie keine hochpräzisen, markenspezifischen Sonderfarben benötigen, ist der Unterschied bei gängigen Katalogen oder Verpackungen mit bloßem Auge kaum zu erkennen
Warum unterscheidet sich das Angebot im Offsetdruck für 100 und 500 Exemplare kaum?
Die Hauptkosten im Offsetdruck liegen in der Druckvorstufe (Plattenbelichtung) und dem Einrichten der Maschine. Diese Fixkosten verringern sich nicht durch eine kleinere Auflage. Daher ist bei geringen Stückzahlen nur der Digitaldruck wirtschaftlich sinnvoll
Was ist der erste Schritt, um Werbematerialien im Unternehmen umweltfreundlicher zu gestalten?
Analysieren Sie zunächst die Ausschussquote Ihrer Werbemittel aus dem vergangenen Jahr. Identifizieren Sie Produkte, die häufig aktualisiert werden oder regelmäßig übrig bleiben. Diese Liste ist der ideale Ausgangspunkt für den Umstieg auf Digitaldruck, um eine Null-Lager-Strategie zu testen
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