Übersicht
Delta E (ΔE) ist ein numerischer Wert zur Quantifizierung des Unterschieds zwischen dem „Soll-Farbwert“ und der „tatsächlichen Druckfarbe“. Je kleiner der Wert ist, desto geringer ist die Farbabweichung. Im Rahmen der MINDS-Farbmanagement-Standards empfehlen wir für den klassischen Akzidenzdruck üblicherweise, Delta E in folgenden Bereichen zu halten:
・3,0 bis
・3,5, um dies als objektive Abnahmegrundlage für beide Seiten zu nutzen

Was ist Delta E? Warum man sich bei der Farbabstimmung nicht nur auf das Gefühl verlassen sollte
Delta E (ΔE) ist ein wissenschaftlicher Kennwert zur Quantifizierung von Farbdifferenzen. Er wird mithilfe von Spektralfotometern berechnet, die den Abstand zwischen zwei Farbpunkten im CIELAB-Farbraum messen. Je kleiner der Wert, desto ähnlicher sind die Farben; je größer der Wert, desto deutlicher ist die Abweichung für das bloße Auge erkennbar
Viele Designer und Einkäufer diskutieren bei der Druckfreigabe stundenlang mit den Druckern vor Ort darüber, ob „dieses Rot ein bisschen zu orange aussieht“
Die menschliche Farbwahrnehmung wird jedoch stark von der Tagesform und dem Umgebungslicht (wie einem bewölkten Himmel oder den Leuchtstoffröhren in der Werkshalle) beeinflusst
Überlässt man die Farbprüfung Messgeräten und dem Delta-E-Wert, wird aus dem subjektiven „Ich finde, dass...“ eine objektive Messgröße der Abweichung
Dies ist auch das Konzept, das ich meinen Kunden stets vermittle: Der erste Schritt zum Aufbau eines konsistenten Markenfarbsystems ist die Einführung eines messwertbasierten Prüfverfahrens
Welche Delta-E-Toleranzen sind für die Druckabnahme sinnvoll?
Unterschiedliche Qualitätsstufen erfordern völlig verschiedene Toleranzen bei der Farbgenauigkeit. Eine strikte Null-Farbabweichung vorzuschreiben, ist physikalisch unmöglich und treibt lediglich die Produktionskosten in die Höhe
Basierend auf meiner langjährigen Erfahrung in der Produktion und in der Beratung von Kunden lassen sich die in der Praxis üblichen Toleranzbereiche der Druckbranche in drei Kategorien einteilen:
・Delta E ≤ 2,0: Für hochwertige Premiumverpackungen und anspruchsvolle Sonderfarben der Corporate Identity (CI)
・Delta E ≤ 3,5: Der Standard für den allgemeinen vierfarbigen Akzidenzdruck. Ohne direkten Vergleich fällt diese Abweichung den meisten Betrachtern nicht auf
・Delta E ≤ 5,0: Für kostensensible Werbeartikel oder preiswerte Giveaways, bei denen größere Farbschwankungen akzeptiert werden
Wenn Sie zum ersten Mal mit einer neuen Druckerei zusammenarbeiten, können Sie einen Richtwert von „Delta E ≤ 3,0“ direkt im Vertrag oder auf dem Bestellschein festhalten
Ein klarer Zahlenwert signalisiert den Druckern Ihre Qualitätsgrenzen, was zu mehr Sorgfalt beim Anmischen der Farben und bei der Farbzonensteuerung führt
Warum gibt es trotz gleicher Delta-E-Vorgaben Farbunterschiede zwischen verschiedenen Druckereien?
In den letzten sechs Monaten stapelten sich auf meinem Schreibtisch Muster von Kunden, die sich beschwerten: „Es sind genau dieselben Druckdaten, aber warum sieht das Ergebnis bei drei verschiedenen Druckereien völlig anders aus?“
Drucken ist ein Zusammenspiel aus Physik und Chemie. Selbst bei identischen Delta-E-Vorgaben beeinflussen Bedruckstoffe und Prozesse das Farbergebnis entscheidend
Die Eigenweiße und das Saugverhalten des Papiers wirken sich direkt auf die endgültige Farbwirkung aus. Wenn Sie dieselbe Pantone-Farbe auf Bilderdruckpapier und auf ungestrichenes Naturpapier drucken, werden die gemessenen Werte definitiv unterschiedlich sein
Hinzu kommen Variablen bei Geräten und Lichtquellen. Wenn die Farbabstimmung in der Druckerei nicht unter standardisiertem D50-Normlicht erfolgt, verlieren die gemessenen Daten ihre Aussagekraft
Aus diesem Grund empfehle ich in der Regel die Einführung des dreistufigen Prüfprozesses von MINDS: Überprüfung der Dateieinstellungen, standardisierter Digitalproof und die Freigabe des OK-Bogens an der Maschine
Wie können kleinere und mittlere Unternehmen ein standardisiertes Farbabgleichsystem etablieren?
Viele Kunden schrecken vor den hohen Anschaffungskosten für ein Spektralfotometer zurück. Dabei gibt es durchaus pragmatische und ressourcenschonende Ansätze
Der einfachste Schritt besteht darin, von der Druckerei einen zertifizierten Digitalproof einzufordern und sicherzustellen, dass die Druckmaschinen dort regelmäßig kalibriert werden
Die Abnahme vor Ort und das Unterzeichnen des Referenzmusters (OK-Bogen) direkt vor dem Fortdruck ist die wichtigste Vereinbarung zwischen Ihnen und der Druckerei
Sobald beide Parteien diesen Bogen unter Normlicht freigegeben haben, dienen die Farbwerte dieses Bogens als Delta-E-Referenz für Stichproben während der laufenden Produktion
Sollte es intern an Fachkräften im Produktmanagement oder Design fehlen, die sich mit Farbmanagement auskennen, steht das Beratungsteam der MINDS Academy bereit, um diese Kommunikationsprozesse in Ihrem Unternehmen zu verankern

Zusammenfassung
・Subjektive Farbdiskussionen durch objektive Delta-E-Messwerte ersetzen
・Die empfohlene Toleranzgrenze für den allgemeinen Akzidenzdruck liegt bei Delta E:
・3,0 bis
・3,5
・Die Freigabe des OK-Bogens unter standardisiertem Normlicht ist die beste Garantie für eine farbkonsistente Auflage
Zum Nachdenken
Für Designer und Druckeinkäufer geht es beim Verständnis von Delta E nicht darum, den Drucker an der Maschine mit Messgeräten zu schikanieren, sondern eine gemeinsame, vertrauenswürdige Sprache zu etablieren. Ich empfehle Ihnen, beim nächsten Produktauftrag die Delta-E-Toleranzen vorab mit Ihrer Druckerei zu besprechen – Sie werden feststellen, dass der gesamte Abnahmeprozess um ein Vielfaches reibungsloser verläuft
FAQ
- Bedeutet ein Delta E von 0, dass es überhaupt keine Farbabweichung gibt?
- Theoretisch ja. In der realen Druckpraxis ist jedoch selbst bei zwei aufeinanderfolgenden Druckbögen aus derselben Maschine ein Wert von absolut Null unmöglich. In der Praxis gilt ein Wert unter 2,0 bereits als extrem hoher Standard
- Bleibt der Delta-E-Wert stabil, solange ich die CMYK-Werte in der Datei nicht ändere?
- CMYK-Werte sind lediglich Farbauftragsbefehle für die Maschine. Die tatsächlich gedruckte Farbe wird durch den Papierton, das Saugverhalten und die Oberflächenveredelung beeinflusst. Zur Absicherung ist daher immer ein physischer Proof erforderlich
- Kann man die Farbabweichung beurteilen, indem man den Druck direkt mit dem Monitor vergleicht?
- Das ist ein sehr riskantes Vorgehen. Der Monitor arbeitet mit emittiertem Licht (RGB), während der Druck mit reflektiertem Licht (CMYK) funktioniert. Ihre Farbwiedergabeprinzipien sind völlig unterschiedlich. Die Messung von Delta E erfordert zwingend professionelle Spektralfotometer
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