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Druckwissen4 Min. Lesezeit

G7 und Druckstandardisierung: Ein Praxisleitfaden gegen Chargen-Farbabweichungen

Ist jeder Nachdruck für Sie wie ein Spiel mit dem Zufall? Farbabweichungen zwischen einzelnen Chargen sind für viele Marken-Einkäufer und Designer seit Jahren ein Dauerfrust. In diesem Beitrag analysieren wir die Praxis in der Produktion und zeigen Ihnen, wie Sie das bloße Auge durch objektive Daten ersetzen – für eine dauerhaft konsistente visuelle Markenidentität

麥策知識學院 | Academy Founder Hung Tsung-Yuan

G7 und Druckstandardisierung: Ein Praxisleitfaden gegen Chargen-Farbabweichungen
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Überblick

Damit die Farben bei jeder Nachbestellung identisch bleiben, darf man sich nicht allein auf das Auge und die Erfahrung des Druckers verlassen. Es braucht den G7-Standard sowie ein fundiertes ICC-Farbmanagement

Das Beraterteam der Mai Strategy Wissensakademie setzt bei der Unternehmensberatung zuerst beim Grauabgleich an. So entstehen objektive Messwerte, die den Entwurf am Bildschirm verbindlich mit dem gedruckten Endprodukt verknüpfen

Überblick|G7 und Druckstandardisierung: Ein Praxisleitfaden gegen Chargen-Farbabweichungen Abschnittsbild

Warum weichen die Druckfarben ab, obwohl die Datei nicht verändert wurde?

Viele Kunden fragen mich, warum ein Nachdruck anders aussieht als die vorherige Auflage, obwohl die Druckdatei nicht ein einziges Mal angefasst wurde

Das liegt keineswegs an Schikanen der Druckerei, sondern an den zahlreichen physischen Einflussfaktoren im Produktionsprozess

Der Feuchtigkeitsgehalt einzelner Papierchargen, Temperatur und Luftfeuchte in der Druckhalle, unterschiedliche Farbmodelle und Chargen der Druckfarbe sowie der Zustand des Gummituchs an der Druckmaschine verändern das Farbergebnis

Früher hat die Branche Farben meist nach Gefühl und Augenmaß abgeglichen: Der Drucker schaut auf ein Muster der letzten Auflage und passt die CMYK-Farbzufuhr manuell an

Das Problem bei diesem Vorgehen: Sobald ein anderer Drucker an der Maschine steht oder auf einer anderen Anlage gedruckt wird, verschiebt sich der Maßstab

Das gilt genauso für Farbabweichungen zwischen Bildschirm und Druckprodukt: Wenn keine klaren Standards definiert sind, weichen die Farben zwangsläufig ab

ICC Profile: Ein vom International Color Consortium festgelegtes Farbprofil für Geräte. Es funktioniert wie ein Wörterbuch, das den Farbraum (Gamut) eines bestimmten Geräts dokumentiert. Dadurch wird garantiert, dass Farben beim Wechsel zwischen Bildschirm und Druckmaschine präzise übersetzt werden und einheitlich bleiben

Welche Probleme löst die G7-Druckstandardisierung?

Um die Fehler der subjektiven Beurteilung per Auge abzustellen, brauchen wir objektive Daten

In den letzten Jahren sprechen viele Druckereien über die Einführung der G7-Zertifizierung. Dieser Standard unterscheidet sich grundlegend von älteren Ansätzen, die sich allein auf die Tonwertzunahme stützten

G7 setzt direkt am Kern der Farblehre an: der Grau-Balance (Gray Balance)

G7-Standardisierung: Ein Verfahren zur Farbsteuerung auf Basis menschlicher Wahrnehmung. Durch die exakte Definition der Graustufen beim Überdrucken von CMY wird sichergestellt, dass neutrale Grautöne und Farben auf unterschiedlichen Maschinen und Substraten einheitlich dargestellt werden

Die Logik hinter G7 ist denkbar einfach: Wenn die neutralen Grautöne exakt stimmen, passen sich die Abstufungen in den Lichter- und Schattenbereichen farbiger Bilder von selbst an

Hat die Druckerei diese Datenstandards einmal etabliert, liest der Drucker bei jedem Druckauftrag den Farbkontrollstreifen mit einem Spektralfotometer aus. Erst wenn die Sollwerte erreicht sind, erfolgt die Freigabe

Dadurch bleibt das Farbergebnis absolut stabil – ganz gleich, ob es sich um spätere Nachdrucke handelt oder ob ein und dieselbe Datei an unterschiedliche Druckstandorte geliefert wird

Was müssen Marken tun? Die 3 Stufen des Farbmanagements bei MINDS (MS)

Sie müssen nicht selbst teure Messgeräte anschaffen. Einkaufs- und Designteams benötigen jedoch ein klares Steuerungsmodell

Ich empfehle meinen Kunden meist, ihre internen Abläufe an den drei Prüfstufen von MINDS (MS, Spezialist für hochwertige, maßgeschneiderte Akzidenzdrucke) auszurichten, um Störfaktoren auf ein Minimum zu reduzieren

・ Marken-Farbsystem aufbauen: Legen Sie die Vorgaben für Digital- und Druckmedien von Anfang an verbindlich fest. Dazu gehören exakte Werte für RGB, CMYK und Pantone sowie definierte Toleranzbereiche für häufig verwendete Papiersorten

・ Einsatz von Sonderfarben und Vierfarbdruck klären: Bei großflächigen Markenfarben oder stark saugenden Materialien wie Kraftpapier sollten Sie direkt Pantone-Sonderfarben definieren. Der CMYK-Vierfarbdruck hat klare Grenzen; sparen Sie an dieser Stelle nicht am Aufpreis für Sonderfarben

・ Standards für die Proof-Abnahme definieren: Verlangen Sie bei jeder Beauftragung einen Digitalproof mit integriertem Farbkontrollstreifen. Dieser dient nach beiderseitiger Freigabe als einzig verbindlicher Maßstab für die Serienproduktion. Fehlt Ihnen im Haus die Erfahrung für die Datenauswertung, kann das Beraterteam der Mai Strategy Wissensakademie die Proofdaten prüfen, damit Unstimmigkeiten gar nicht erst an der Druckmaschine entstehen

Funktioniert die Standardisierung auch bei Spezialmaterialien?

Beim Druck auf Natur- oder Feinpapieren unterscheidet sich das Saugverhalten der Druckfarbe komplett von gestrichenem Bilderdruckpapier

Genau hier zeigt sich der unschätzbare Wert von ICC-Profilen

Indem für bestimmte Papiersorten individuelle Charakterisierungsdateien erstellt werden, lässt sich am Bildschirm simulieren, wie stark die Farbe im Papier einsackt

Standardisierung ist keine Zauberei: Sie macht aus einer rauen Graupappe keinen hochglänzenden Fotokarton

Aber sie macht das Ergebnis vorab berechenbar. Designer können so schon vor der Druckfreigabe entscheiden, ob Kontraste angepasst oder Sonderfarben eingesetzt werden müssen

Nur wenn Sonderfarben und digitale Prozesse exakt aufeinander abgestimmt sind, bleibt das Markenerscheinungsbild auf unterschiedlichsten Materialien konsistent

Funktioniert die Standardisierung auch bei Spezialmaterialien?|G7 und Druckstandardisierung: Ein Praxisleitfaden gegen Chargen-Farbabweichungen Abschnittsbild

Das Wichtigste auf einen Blick

Farbabweichungen entstehen durch physische Schwankungen und den manuellen Sichtabgleich. Die Lösung liegt in datengestützten Farbmanagement-Prozessen

Der G7-Standard sorgt durch die Steuerung der Grau-Balance für eine gleichbleibende Farbwiedergabe über verschiedene Anlagen und Druckauflagen hinweg

Marken sollten von Beginn an ein umfassendes Farbsystem für Digital- und Printmedien aufbauen und gezielt Sonderfarben nutzen, um wichtige Markenelemente zu sichern

Weiterführende Überlegungen

Betrachten Sie Farbmanagement als aktives Risikomanagement. Viele Unternehmen sparen ein paar Euro beim Andruck und müssen am Ende eine komplette Lieferung verschrotten. Eindeutige Standards festzulegen und von Lieferanten prüfbare Messwerte einzufordern, schützt auf lange Sicht die Marke und senkt die Abstimmungskosten enorm. Wenn Sie das Farbverständnis in Ihrem Team ausbauen möchten, abonnieren Sie am besten den Newsletter der Mai Strategy Wissensakademie mit regelmäßigen Tipps für die Praxis

FAQ

Unser Unternehmen hat nur Designer und keine Messgeräte für Farbmanagement. Können wir die Druckerei trotzdem auf Einhaltung der Standards verpflichten?
Ja. Fragen Sie die Druckerei beim Angebot direkt nach einer G7-Zertifizierung und verlangen Sie Farbkontrollstreifen auf den Proofs und Bogen. Das Anfordern von dokumentierten Messprotokollen baut von vornherein einen wirksamen Qualitätsstandard auf
Warum wird ein leuchtendes Orange auf dem Bildschirm beim Drucken oft zu einem stumpfen Braun-Orange?
Das liegt am unterschiedlichen Farbraum der Geräte. Ein selbstleuchtender Monitor deckt ein viel größeres Farbspektrum ab als Druckfarben. Als Abhilfe aktivieren Sie bereits beim Entwurf eine Vorschau mit dem passenden Druck-ICC-Profil oder weichen bei extrem leuchtenden Tönen auf eine Pantone-Sonderfarbe aus
Wir haben noch Flyer der letzten Auflage übrig. Können wir diese der Druckerei direkt als Muster für den Farbabgleich mitgeben?
Davon ist dringend abzuraten. Papier und Druckfarben altern durch Licht und Sauerstoff. Wenn Sie Altmuster als Vorlage nutzen, weicht jede neue Auflage Stück für Stück weiter ab. Richtiger ist es, bei jedem Auftrag einen frischen Digitalproof auf Basis der Originaldatei als Maßstab für die Abnahme zu nehmen
Topic guideDer ultimative Leitfaden für Druckverfahren: Wie Sie zwischen Digital-, Offset-, Sieb- und Buchdruck richtig wählen und Kosten sparenThis article is part of the seriesRead the guide
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