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Nachhaltige Verpackung 2025: Der reale Abstand zwischen Versprechen und Umsetzung

Die FMCG-Riesen Mars und Mondelēz legen den Status ihrer Verpackungsziele für 2025 offen – einige Meilensteine wurden verfehlt. Dieser Artikel beleuchtet aus Sicht der Branchenpraxis, wo und warum die globalen Konzerne feststecken und wie taiwanesische Lohnhersteller und Marken darauf reagieren sollten

麥思知識學院Academy Founder Hung Tsung-Yuan

Nachhaltige Verpackung 2025: Der reale Abstand zwischen Versprechen und Umsetzung
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Warum ist 2025 das „Jahr der Wahrheit“ für nachhaltige Verpackungen?

Viele haben es nicht auf dem Schirm: 2025 ist kein willkürlich gewähltes Jahr, sondern die Deadline für eine ganze Reihe von Selbstverpflichtungen, die Markenhersteller damals eingegangen sind

Vor sieben oder acht Jahren, auf dem Höhepunkt der globalen Nachhaltigkeitsversprechen, warben viele Großkonzerne mit Slogans wie „100 % recyclingfähige, wiederverwendbare oder kompostierbare Verpackungen bis 2025“. Damals klang das hervorragend. Jetzt ist die Frist abgelaufen und Kassensturz angesagt

In ihren neuesten Nachhaltigkeitsberichten legen Mars und Mondelēz den tatsächlichen Fortschritt ihrer Verpackungsziele offen. Offen gestanden wurden einige Zielvorgaben verfehlt. Dieser Umstand ist fast interessanter als die reinen Zahlen selbst, denn er bestätigt eine These, die ich seit Jahren vertrete: Nachhaltige Verpackung ist kein Marketing-Gag, sondern eine technische und logistische Herausforderung mit harten KPIs und festen Deadlines

Nach meinen langjährigen Beobachtungen in der Produktion und im Austausch mit Kunden haben die damaligen Initiatoren meist eines unterschätzt: Zwischen „entwickelbar im Labor“ und „tatsächlich im Kreislauf rückführbar“ liegt eine gesamte, komplexe Lieferkette

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Wo genau stecken Mars und Mondelēz fest?

Schaut man sich die Berichte genauer an, scheitert es selten an der Entschlossenheit zur Plastikreduktion, sondern vielmehr an den physikalischen Grenzen der Materialstrukturen

Der Knackpunkt liegt in der Definition von „recyclingfähig“. Eine Verpackung gilt nicht einfach deshalb als recyclingfähig, weil der Hersteller es behauptet. Sie muss im bestehenden Entsorgungs- und Verwertungssystem tatsächlich gesammelt, sortiert und zu neuem Rohstoff verarbeitet werden können. Hier gibt es einige typische Hürden:

・ Verbundfolien: Um Sauerstoff und Feuchtigkeit abzuhalten, bestehen flexible Verpackungen oft aus mehreren miteinander kaschierten Materialschichten. Was theoretisch optimalen Schutz bietet, lässt sich in den Sortieranlagen praktisch nicht mehr trennen

・ Dunkle Farben und Vollflächendruck: Hohe Farbschichtdicken und gemischte Pigmentierungen mindern die Qualität des Rezyklats drastisch. Die Abnehmer verweigern dann die Abnahme

・ Kleinstverpackungen aus Folie: Sie sind zu leicht und klein, als dass optische Sortieranlagen (NIR) sie erfassen könnten. Sie landen direkt in der Müllverbrennung

Aus diesem Grund stagnieren die Zielerreichungsquoten, obwohl Konzerne viel Geld investieren und Materialien austauschen. Es mangelt nicht am Willen, sondern an der harten Realität des „Design for Recycling“ (D4R), an dem niemand vorbeikommt

Anders gesagt: Diese beiden Unternehmen haben das Lehrgeld bereits gezahlt und die Abrechnung öffentlich gemacht. Für alle, die noch am Anfang stehen, bedeutet das Verstehen dieser Hürden eine Ersparnis von mindestens drei Jahren Trial-and-Error

Sind kompostierbare Verpackungen die Lösung oder eine Sackgasse?

Zeitgleich mit dieser Bilanz gewinnt das Thema kompostierbare Verpackungen (compostable packaging) in der Branche merklich an Dynamik. Einem Bericht von Packaging Insights zufolge treiben neue gesetzliche Vorgaben den Übergang von theoretischen Konzepten zu realen Anwendungen bei kompostierbaren Materialien voran

Das klingt vielversprechend, erfordert jedoch eine kritische Betrachtung. Die größte Falle kompostierbarer Verpackungen liegt darin, dass sie das Entsorgungsproblem lediglich von der Materialentwicklung auf die nachgelagerte Abfallwirtschaft verlagern

Industrielle Kompostierung und Heimkompostierung sind zwei völlig verschiedene Dinge. Die meisten als kompostierbar deklarierten Materialien benötigen die kontrollierten Bedingungen einer industriellen Kompostierungsanlage (hohe Temperaturen, Feuchtigkeitsregulierung). Im normalen Biomüll oder Hausmüll zersetzen sie sich nicht. In Taiwan ist die Infrastruktur für industrielle Kompostierung noch sehr begrenzt. Das führt zu einer ernüchternden Realität: Nutzt man kompostierbare Materialien ohne entsprechende Entsorgungsinfrastruktur am Bestimmungsort, landen sie am Ende wie herkömmliches Plastik in der Müllverbrennung

Meine Haltung dazu ist eindeutig: Ob eine kompostierbare Verpackung nachhaltig ist, entscheidet das Recyclingsystem des jeweiligen Zielmarktes – nicht die bloße Zeile im technischen Datenblatt des Materials

Wie sollten taiwanesische KMU-Druckereien und Markenhersteller reagieren?

Man sollte dies nicht als interne Angelegenheit globaler Großkonzerne abtun. Dieser Druck wird über die Lieferkette weitergegeben – insbesondere exportorientierte Unternehmen kommen nicht daran vorbei

Gesetze zur erweiterten Produzentenverantwortung (EPR) wie California SB 54 oder die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) sind bereits Realität und laufen unaufhaltsam an. Wenn Gesetzgeber die Markenhersteller in die Pflicht nehmen, sind die Lohnhersteller und Verpackungsdrucker die Nächsten in der Kette. In den letzten ein bis zwei Monaten spürte ich deutlich, dass sich die Kundenfragen von „Geht das umweltfreundlicher?“ hin zu „Ist diese Verpackung auf dem Markt X konform?“ verschoben haben

Einige konkrete Schritte, die man sofort einleiten kann:

・ Materialstrukturen analysieren: Erstellen Sie eine Liste der gängigen flexiblen Verpackungen und Kaschierfolien. Kennzeichnen Sie Monomaterialien und Verbundstoffe. Letztere stellen künftig ein hohes Risiko dar

・ Recyclingfähigkeit in das Prepress-Design integrieren: Schichtenreduktion, Umstellung auf Monomaterialien (mono-material) und Steuerung der Farbdeckung sind Designentscheidungen, die bereits in der Druckvorstufe getroffen werden müssen – nicht erst als nachträgliche Schadensbegrenzung

・ Nicht blind auf Kompostierbarkeit setzen: Klären Sie ab, ob im Zielmarkt des Kunden eine industrielle Kompostierungsinfrastruktur existiert. Wenn nicht, ist ein recyclingfähiges Monomaterial meist die deutlich pragmatischere Lösung

・ Daten für Kunden dokumentieren: Verpackungsgewicht, Rezyklatanteil und Materialarten. Wer diese Daten jetzt nicht erfasst, wird unter Druck geraten, sobald die Markenhersteller ihre ESG-Berichte ausfüllen und EPR-Meldungen abgeben müssen

Letztlich ist das größte Geschenk dieser Bilanz an die taiwanesische Industrie die schonungslose Offenlegung, wie schwer die Zielerreichung in der Praxis ist. Die Fehler der Großkonzerne zu analysieren und als eigene Designrichtlinie für neue Aufträge zu nutzen, spart enorm viel Zeit im Vergleich zum Selbstlernen bei null

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Zusammenfassung

・ 2025 ist das Ablaufjahr einer ganzen Reihe von Verpackungszusagen der Markenhersteller. Mars und Mondelēz haben ihre verfehlten Ziele ehrlich offengelegt und damit die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufgezeigt

・ Die Hürde für Großkonzerne ist nicht der Wille zur Plastikreduktion, sondern die strenge Definition von „Recyclingfähigkeit“: Verbundfolien, vollflächig bedruckte dunkle Verpackungen und Kleinstverpackungen sind für die aktuellen Recyclingsysteme unlösbare Probleme

・ Kompostierbare Verpackungen verlagern das Problem vom Material auf die Entsorgungswirtschaft. In Märkten ohne industrielle Kompostieranlagen landen kompostierbare Kunststoffe letztlich wie gewöhnliches Plastik in der Müllverbrennung

・ Die Recyclingfähigkeit ist eine Designentscheidung, die bereits in der Druckvorstufe (Prepress) getroffen werden muss (Schichtenreduktion, Monomaterialien, Steuerung der Farbdeckung) – nicht erst nach der Auslieferung

・ EPR-Verordnungen belasten die gesamte Lieferkette bis hin zu Lohnherstellern und Druckereien. Wer jetzt Verpackungsdaten erfasst, ist gerüstet, wenn Markenhersteller nachträglich Berichte anfordern

Weiterführende Gedanken

Die direkteste Erkenntnis betrifft das Prepress-Design: Früher ging es in der Druckvorstufe primär um Bedruckbarkeit und Farbdarstellung. Heute kommt eine entscheidende Dimension hinzu: „Lässt sich diese Struktur im Kreislauf recyceln?“ Druckereien sollten Materialart, Gewicht und Rezyklatanteil direkt in ihren Standardprozess für Kalkulation und Proofing integrieren. So wird Nachhaltigkeit vom Kostenfaktor zum Verkaufsargument. Markenhersteller sollten, statt dem Trend neuer kompostierbarer Materialien hinterherzulaufen, zunächst die Recyclingfähigkeit ihrer bestehenden Verpackungen analysieren. Denn die Gesetzgebung prüft das reale Endresultat und nicht das Marketing-Material. MINDS berücksichtigt bei Exportaufträgen ohnehin stets die Materialstruktur im Einklang mit den Gesetzen der Zielmärkte. Diese Prüfsystematik erweist sich nun als echter Wettbewerbsvorteil

Zum Weiterlesen

FAQ

Warum haben Mars und Mondelēz ihre Verpackungsziele für 2025 nicht erreicht?
Der Knackpunkt liegt an der Definition von „Recyclingfähigkeit“. Verpackungen wie Verbundfolien, vollflächig bedruckte dunkle Folien und Kleinstverpackungen können von den aktuellen Recyclingsystemen physisch nicht gesammelt, sortiert oder zu Rezyklat verarbeitet werden. Daher blieb die Zielerreichung trotz Materialanpassungen beschränkt
Sind kompostierbare Verpackungen umweltfreundlicher als recyclingfähige Alternativen?
Nicht zwingend. Die meisten kompostierbaren Materialien zersetzen sich nur unter kontrollierten Bedingungen in industriellen Kompostieranlagen. Fehlen diese Kapazitäten im Zielmarkt, werden sie am Ende wie herkömmlicher Kunststoff verbrannt. Ein recyclingfähiges Monomaterial ist daher oft die pragmatischere Lösung
Sind kleine und mittlere Druckereien in Taiwan von den neuen Verpackungsverordnungen betroffen?
Ja, insbesondere im Exportgeschäft. EPR-Verordnungen wie California SB 54 oder die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) nehmen die Markenhersteller in die Pflicht. Dieser Druck wird über die Lieferkette direkt an Lohnhersteller und Verpackungsdrucker weitergegeben. Markenhersteller fordern daher zunehmend detaillierte Daten zu Material, Gewicht und Konformität an
Welche Vorbereitungen sollten Druckereien jetzt treffen?
Zunächst sollten die gängigen Materialstrukturen analysiert und Risiko-Materialien wie Verbundstoffe identifiziert werden. Zudem sollte die Recyclingfähigkeit im Prepress-Design (Schichtenreduktion, Umstellung auf Monomaterialien, Steuerung der Farbdeckung) verankert und damit begonnen werden, Daten wie Verpackungsgewicht und Rezyklatanteil systematisch für Kunden zu erfassen

Quellen

  1. "・[品牌永續包裝2025成績單:Mars與Mondelēz告訴你達標有多難 · packagingdive.com
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